MC EXCALIBUR · KARWITZ

Clubhaus

Unser Clubhouse – Der alte Bahnhof Karwitz

Wo früher Züge hielten, Castortransporte vorbeifuhren und Eisenbahner ihrer Arbeit nachgingen, ist heute der MC Excalibur Karwitz zu Hause.

Unser Clubhouse ist weit mehr als nur ein Treffpunkt für unseren Motorradclub. Es ist ein Stück Karwitzer Geschichte, ein Ort voller Erinnerungen und vor allem unser gemeinsames Zuhause.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude hat im Laufe der Jahrzehnte viel erlebt. Vom regionalen Eisenbahnverkehr über die bewegte Geschichte während des Zweiten Weltkriegs bis hin zu den ersten Castortransporten nach Gorleben – diese alten Mauern haben einiges gesehen.

Heute ist der ehemalige Bahnhof der Mittelpunkt unseres Clublebens. Mit viel Engagement, handwerklichem Geschick und unzähligen gemeinsamen Arbeitsstunden haben wir dem historischen Gebäude neues Leben eingehaucht.

1924 – Als die Eisenbahn nach Karwitz kam

Am 15. April 1924 wurde die Eisenbahnstrecke zwischen Uelzen und Dannenberg feierlich eröffnet. Der erste Zug verließ Dannenberg bereits morgens um 7 Uhr.

Auch der Bahnhof Karwitz war Teil dieser neuen Verbindung und damit ein wichtiger Bestandteil der regionalen Verkehrsgeschichte.

Die Bahn verband die Menschen der Region miteinander. Sie ermöglichte Reisen, den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse und den Austausch von Waren. Für viele Jahrzehnte gehörten das Pfeifen der Lokomotiven und das Rattern der Eisenbahnräder zum Alltag.

Eine interessante Besonderheit: Der Bahnhof Karwitz lag ursprünglich auf dem Gebiet der damals selbstständigen Gemeinde Thunpadel. Erst durch die Gemeindereform im Jahr 1972 wurde Thunpadel in die Gemeinde Karwitz eingegliedert.

Der Bahnhof war dabei keineswegs nur ein einfacher Haltepunkt. Neben dem durchgehenden Hauptgleis gab es ursprünglich drei weitere Gleise und insgesamt sechs Weichen.

Bahnhof Karwitz zur Zeit der Streckeneröffnung 1924
Mit KI erstellt

1937 bis 1945 – Der Bahnhof im Zweiten Weltkrieg

Mit dem Beginn des Baus der Luftmunitionsanstalt bei Neu Tramm im Jahr 1937 erhielt der Bahnhof Karwitz eine zusätzliche Bedeutung.

Für die Versorgung der militärischen Anlage wurde vom Bahnhof aus eine eigene Anschlussbahn gebaut. Diese führte über eine Strecke von rund 2,2 Kilometern bis zum Werksgelände.

Dafür wurden die Gleisanlagen des Bahnhofs erheblich erweitert. Zusätzliche Übergabegleise und Weichen ermöglichten die Abwicklung der Transporte.

Aus dem kleinen Landbahnhof wurde zeitweise ein deutlich umfangreicherer Eisenbahnknotenpunkt.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die militärische Anschlussbahn wieder abgebaut und der Bahnhof weitgehend in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Bahnhof Karwitz während des Zweiten Weltkriegs
Mit KI erstellt

1939 – Das schwere Eisenbahnunglück von Karwitz

Der 30. Oktober 1939 gehört zu den tragischsten Tagen der Eisenbahngeschichte von Karwitz.

An diesem Tag ereignete sich auf der Bahnstrecke zwischen Dannenberg und Uelzen im Bereich des Bahnhofs Karwitz ein schweres Zugunglück.

Zwei Militärzüge stießen zusammen.

Nach historischen Unfallaufstellungen wurde bei der Einfahrt in den Bahnhof ein Einfahrsignal missachtet. Dadurch kam es zur Kollision der beiden Züge.

Die Folgen waren verheerend:

Neun Menschen verloren ihr Leben, weitere 18 wurden verletzt.

Das Unglück ereignete sich nur wenige Wochen nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, als die Eisenbahn zunehmend für militärische Transporte eingesetzt wurde.

Wo heute Motorradfreunde zusammenkommen, gemeinsam feiern und ihre Kameradschaft pflegen, gehörten einst Züge, Eisenbahner und Reisende zum täglichen Leben.

Doch der 30. Oktober 1939 erinnert daran, dass die Geschichte dieses Ortes nicht nur aus alltäglichem Bahnbetrieb und schönen Erinnerungen besteht.

Neun Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben. Auch dieses tragische Kapitel gehört zur Geschichte des ehemaligen Bahnhofs Karwitz und darf nicht in Vergessenheit geraten.

Darstellung des Eisenbahnunglücks am Bahnhof Karwitz 1939
Mit KI erstellt

1975 – Der Abschied vom Personenverkehr

Über viele Jahrzehnte war die Bahnstrecke ein fester Bestandteil des Lebens in der Region.

Doch mit der zunehmenden Bedeutung des Straßenverkehrs verlor die Eisenbahn immer mehr Fahrgäste.

Am 30. Mai 1975 wurde der reguläre Personenverkehr zwischen Uelzen und Dannenberg eingestellt.

Damit endete nach gut 51 Jahren ein wichtiges Kapitel der regionalen Verkehrsgeschichte.

Güterzüge waren jedoch weiterhin unterwegs. Besonders landwirtschaftliche Erzeugnisse, darunter Zuckerrüben, spielten für den Güterverkehr eine Rolle.

Im Frühjahr 1993 endete schließlich auch der fahrplanmäßige Güterverkehr.

Doch bevor es endgültig still auf den Schienen wurde, sollte die Strecke noch einmal bundesweit in die Schlagzeilen geraten.

Bahnhof Karwitz zum Ende des Personenverkehrs 1975
Mit KI erstellt

1995 und 1996 – Die Castortransporte nach Gorleben

In den 1990er-Jahren wurde die Bahnstrecke Uelzen–Dannenberg Teil eines der umstrittensten Kapitel der deutschen Atomgeschichte.

Am 25. April 1995 rollte der erste Castortransport mit hochradioaktivem Atommüll in Richtung Gorleben.

Der Transport führte über die Bahnstrecke Uelzen–Dannenberg und damit auch direkt am heutigen Clubhouse des MC Excalibur vorbei.

Am Verladebahnhof Dannenberg-Ost wurde der schwere Transportbehälter von der Schiene auf einen speziellen Straßentransporter umgeladen. Von dort ging es über die Straße weiter zum Zwischenlager Gorleben.

Der Transport wurde von massiven Polizeieinsätzen, Demonstrationen und Protestaktionen begleitet. Die Auseinandersetzungen um die Atommülltransporte prägten die Region über viele Jahre.

Auch beim zweiten Castortransport im Mai 1996 war Karwitz unmittelbar betroffen.

Am 4. Mai 1996 kam es im Bereich Karwitz zu einer größeren Polizeiaktion, nachdem sich zahlreiche Atomkraftgegner auf der Bahnstrecke niedergelassen hatten.

Am 8. Mai 1996 passierte schließlich der zweite Castortransport die Strecke in Richtung Dannenberg.

Dieser Transport gilt zugleich als der letzte Zug, der die Bahnstrecke Uelzen–Dannenberg befuhr.

Nur wenige Wochen später, am 1. Juni 1996, wurde die Strecke offiziell stillgelegt.

Damit endete eine mehr als 72-jährige Eisenbahngeschichte.

Die Schienen blieben zurück – und mit ihnen auch unser heutiges Clubhouse, das damals noch das ehemalige Bahnhofsgebäude war.

Bahnhof Karwitz zur Zeit der Castortransporte 1996
Mit KI erstellt

2015 – Ein Bahnhof wird unser Clubhouse

Anfang 2015 wurde bei einem Notar in Uelzen der Kaufvertrag für den ehemaligen Bahnhof Karwitz unterschrieben.

Für den MC Excalibur war dies ein ganz besonderer Schritt.

Aus der Idee, ein eigenes Clubhouse zu besitzen, wurde Wirklichkeit.

Allerdings war mit der Unterschrift noch längst nicht alles geschafft.

Ein altes Bahnhofsgebäude in ein gemütliches, funktionales und dauerhaft nutzbares Clubhouse zu verwandeln, bedeutete jede Menge Arbeit.

Mit viel Eigenleistung, handwerklichem Geschick, Ausdauer und vor allem Zusammenhalt wurde das Gebäude umgebaut und saniert.

Viele unserer Member haben dabei ihre Freizeit, ihre Fähigkeiten und ihre Arbeitskraft eingebracht.

Es wurde geplant, gebaut, renoviert, verbessert und sicherlich auch das eine oder andere Mal improvisiert.

Doch genau das macht einen Motorradclub aus: Gemeinsam anpacken, gemeinsam Lösungen finden und gemeinsam etwas schaffen, auf das man stolz sein kann.

Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass aus dem ehemaligen Bahnhof nach und nach unser heutiges Clubhouse wurde.

Der Bahnhof Karwitz beim Umbau zum Clubhouse 2015

Ein Stück Geschichte unter Dachpfannen

Eine ganz besondere Entdeckung machten wir viele Jahre später bei den Sanierungsarbeiten an unserem Clubhouse.

Als wir an der Westseite des Gebäudes eine alte Außenverkleidung aus Dachpfannen entfernten, kam darunter eine historische, aufgemalte Beschriftung zum Vorschein:

„CARWITZ“ – noch mit einem C statt dem heutigen K.

Diese alte Schreibweise war über viele Jahre unter der Verkleidung verborgen geblieben.

Für uns war dieser Fund etwas ganz Besonderes. Schließlich hatten wir damit ein Stück der Vergangenheit unseres Bahnhofs wiederentdeckt.

Natürlich war uns klar, dass eine solche historische Erinnerung nicht einfach verschwinden durfte.

Die alte Beschriftung wurde erhalten und ist bis heute ein besonderes Zeitzeugnis der Geschichte unseres Clubhouses.

Sie erinnert daran, dass dieses Gebäude schon lange vor unserer Clubgeschichte ein fester Bestandteil der Region war.

Historische Beschriftung unter den Dachpfannen

Aus alten Mauern wurde ein neues Zuhause

Im Laufe der Umbau- und Sanierungsarbeiten entwickelte sich der ehemalige Bahnhof zu einem Clubhouse, das sowohl Platz für unser Clubleben als auch für gemeinsame Veranstaltungen bietet.

Heute verfügt unser Clubhouse über einen großzügigen Clubraum mit rund 51 m², einen gemütlichen Salon mit rund 37 m², eine Küche sowie die notwendigen sanitären Einrichtungen.

Ein besonderes Highlight ist unsere große Veranda mit rund 85 m² Fläche. Sie bietet reichlich Platz für gesellige Stunden, gemeinsame Feiern und gemütliche Abende.

Insgesamt stehen uns rund 150 m² Innenraumfläche und weitere 85 m² Veranda zur Verfügung.

Dabei hat das Gebäude seinen ganz eigenen Charakter behalten.

Gerade die Verbindung aus historischer Bausubstanz und unserem heutigen Clubleben macht unser Clubhouse zu etwas Besonderem.

Bilder vom Clubhouse

Ein Clubhouse voller Leben und besonderer Momente

Unser Clubhouse ist längst nicht mehr nur der Treffpunkt für unsere regelmäßigen Clubsitzungen.

Über die Jahre hat es sich zu einem Ort entwickelt, an dem gemeinsam gefeiert, gelacht und so mancher unvergessliche Moment erlebt wurde.

Neben unserer traditionellen Winterparty und den Veranstaltungen unter dem Motto „Open Clubhouse“ haben hier bereits zahlreiche Geburtstagsfeiern unserer Member und ihrer Angehörigen stattgefunden.

Doch auch für ganz besondere Anlässe hat unser ehemaliger Bahnhof schon seine Türen geöffnet.

So durften wir bereits eine Feier im Anschluss an eine standesamtliche Hochzeit in unserem Clubhouse erleben.

Dabei gab es eine ganz besondere familiäre Verbindung zu unserem Club: Die Braut war nicht nur die Tochter unseres Sergeant at Arms, sondern gleichzeitig auch die Enkelin eines unserer Oldmember.

Ein schönes Beispiel dafür, wie eng Freundschaft, Familie und Clubleben bei uns miteinander verbunden sind.

Auch eines unserer Fördermitglieder hat unser Clubhouse bereits für seine Hochzeitsfeier genutzt.

Gemeinsam mit seiner Gesellschaft wurde sowohl im Clubhouse als auch auf der großzügigen Veranda gefeiert.

Ein besonderes kulinarisches Highlight war dabei ein brasilianisches Rodízio, bei dem die Gäste mit verschiedenen frisch zubereiteten Fleischspezialitäten verwöhnt wurden.

Ob Hochzeit, Geburtstag, Winterparty oder einfach ein gemütlicher Abend unter Freunden – unser Clubhouse hat schon viele Menschen zusammengebracht und zahlreiche schöne Erinnerungen geschaffen.

Dabei zeigt sich immer wieder, dass unser ehemaliger Bahnhof weit mehr ist als nur ein Vereinsheim.

Er ist ein Ort der Begegnung, der Freundschaft und der Gemeinschaft, an dem nicht nur unsere Member, sondern auch ihre Familien, Freunde und Förderer willkommen sind.

Wo früher Menschen auf ihre Züge warteten, kommen sie heute zusammen, um die schönsten Momente des Lebens miteinander zu teilen.

Runde Tischparty im Clubhouse 2026
Hochzeitsfeier im Clubhouse
Weitere Aufnahme der Hochzeitsfeier im Clubhouse

2024 – Die Eisenbahngeschichte kehrt zurück

Am 14. September 2024 gab es in unserem Clubhouse einen besonderen Besuch.

Der Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn, der sich für den Erhalt und die Zukunft der ehemaligen Bahnstrecke Uelzen–Dannenberg einsetzt, hielt seine Jahreshauptversammlung in unserem alten Bahnhofsgebäude ab.

Damit kehrte für einen Tag ein Stück Eisenbahngeschichte an seinen ursprünglichen Ort zurück.

Wo einst der Bahnbetrieb organisiert wurde, kamen nun Menschen zusammen, denen der Erhalt der historischen Bahnstrecke am Herzen liegt.

Eine schöne Verbindung zwischen der Vergangenheit unseres Gebäudes und seiner heutigen Nutzung.

Jahreshauptversammlung des Fördervereins Ostheide-Elbe-Bahn 2024 im Clubhouse
Mit KI erstellt

2025 – Jetzt gehört es wirklich uns!

Bereits 2014 wurde ein Finanzierungsplan für unser zukünftiges Clubhouse aufgestellt.

Was damals noch ein großes Vorhaben war, entwickelte sich über die folgenden Jahre zu einer echten Erfolgsgeschichte.

Zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags war es schließlich so weit:

Seit 2025 ist der Finanzierungsplan aus dem Jahr 2014 Geschichte!

Ein Meilenstein, auf den wir als Club stolz sein können.

Aus einem ehemaligen Bahnhofsgebäude wurde durch gemeinsame Arbeit, Engagement und Zusammenhalt ein Ort, den wir nicht nur unser Clubhouse nennen, sondern der auch tatsächlich unser Eigentum ist.

Und deshalb können wir heute mit Fug und Recht behaupten:

„UNSER CLUBHOUSE!“

Seit 2025 gehört das Clubhouse dem MC Excalibur

Mehr als nur ein Gebäude

Unser Clubhouse ist nicht einfach nur ein Haus mit vier Wänden und einem Dach.

Es ist der Ort, an dem wir zusammenkommen, Pläne schmieden, diskutieren, lachen und feiern.

Hier werden Freundschaften gepflegt, Geschichten erzählt und neue Erinnerungen geschaffen.

Viele Stunden gemeinsamer Arbeit stecken in diesen Mauern. Jede Renovierung, jeder Umbau und jede Verbesserung ist auch ein Stück unserer eigenen Clubgeschichte.

Gleichzeitig möchten wir die Vergangenheit des ehemaligen Bahnhofs nicht vergessen.

Denn dieses Gebäude hat schon vieles erlebt: die Blütezeit der Eisenbahn, den Zweiten Weltkrieg, das Ende des Personenverkehrs, die Castortransporte und schließlich den Wandel vom Bahnhof zum Clubhouse.

Heute schreiben wir diese Geschichte auf unsere ganz eigene Weise weiter.

Wo früher die Eisenbahn Menschen miteinander verband, verbindet heute die Leidenschaft für Motorräder, Freundschaft und Gemeinschaft die Member des MC Excalibur Karwitz.

Ein Stück Eisenbahngeschichte.

Ein Stück Karwitzer Geschichte.

Ein Stück unserer Clubgeschichte.

MC Excalibur Karwitz – Unser Clubhouse. Unser Zuhause.

Das Clubhouse damals und heute